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Kulturforum 07/08

Obwohl wir in dem Schuljahr 2007/8 leider mit den Auswirkungen der Schulrenovierung zu kämpfen hatten, denn die Aula war von November 2007 mit kurzen Unterbrechungen bis in den März 2008 hinein nicht beheizbar und somit nicht benutzbar, konnten wir 6 hervorragende Veranstaltungen präsentieren:

Wir starteten direkt im August mit dem Sommerkonzert 2007, das der „Albertus-Magnus-Chor“ zusammen mit seinem Partnerchor „pears sing“ und den „vocalliscious“ aus Neuss gestaltete: mit Liedern aus Frankreich, Südafrika,Deutschland, sowie vielen Gospelsongs. Den Höhepunkt des Konzerts bildete das gemeinsame Singen beider Chöre, Dieses Zusammenspiel prägte die Atmosphäre, die von Harmonie aber auch von starker stimmlicher Intensität gekennzeichnet war.

Im Oktober zeigte die Kölner Theatergruppe „die 4-beinige Krähe“ ein Rondeau mit Texten und Balladen von Francois Villon und feierte damit ihr 25-jähriges Bestehen. Die Gruppe um Herrn Gritzner griff eine eigene frühere Inszenierung auf. Es spielten sogar einige der alten

Akteure mit, jedoch erhielten die zeitlosen Verse Villons durch die Neudazugekommenen andere Akzente und neues Leben. Die liebevoll gestalteten Bilder bestachen, wie wir es schon oft bei dieser Theatergruppe bewundern konnten, durch ihre Präzision und Eindringlichkeit.

Im Februar lud dann die „Schwarze Kirsche“ unter der Leitung von Herrn Müller dazu ein, den Schuldigen in einem Kriminalfall der Autorin Agatha Christie zu suchen. Die Geduld der Zuschauer wurde auf eine harte Probe gestellt: Falschaussagen, Intrigen, Kreuzverhöre und ein überraschendes Ende mit Mord und Totschlag waren die Zutaten dieses Klassikers, der genüsslich an drei Abenden auf der Bühne ausgebreitet wurde, (wobei sich übrigens die Spieldauer von Mal zu Mal leicht reduzierte).

Vor Ostern präsentierte die Theatergruppe TAM-TAM ihre neueste Eigenproduktion „Orientierungslos: Gartenzwerge im Schatten der Pyramide“. Der Umgang mit Leitbildern, Ideologien und Utopien und die Suche nach Sinnhaftigkeit wurde hier auf groteske und bildhafte Weise theatralisch behandelt. Nicht nur die Schule und in diesem Falle die Aula, die ganze Welt ist eine Baustelle, bei der nicht alles glatt läuft: - und die ganze Aula war die Bühne dafür. Absurdes Theater und ernsthafte Aussage wurden eng verknüpft, und es wurde genug Stoff geboten für durchaus konträre inhaltliche Diskussionen beim Publikum.

Direkt vor ihrer Fahrt nach Turin führte die Theatergruppe der TMK „SOMNAMBUL“ ihre Beiträge für das Theaterfestival „lingue in szene“ auf: “Donna Giovanna”, eine eigene Version zu Mozarts Oper, die das alte Thema in die heutige Zeit übertrug und gleichzeitig die Geschlechterrollen wechselte und in Frage stellte. Nach der Pause folgte eine selbst erstellte Szenenfolge zum Thema „Wilde Frauen / Grenzgängerinnen“: „Zuinrithe“ (Zaunreiterin). Die Suche nach einem Weg, das Abgleiten, die „Hecken“ auf denen die „Hexen ritten“, all das erzeugte ein dichtes Bild von Verwebungen und Verwicklungen, die den Betrachtern im Gedächtnis haften blieben.

Den angemessenen Schlusspunkt in diesem Schuljahr und leider auch der Lehrtätigkeit Herrn Gritzners an unserer Schule bildete „die 4-beinige Krähe“ mit der „Reise nach Brasilien“

von Daniil Charms. Phantasie und Realität scheinen sich bei den kindliche Protagonisten nicht zu vertragen und dennoch entsteht eine neue Wirklichkeit, die die Zuschauer verzaubert. Poetische Bilder, wunderbare Requisiten, skurrile Einfälle und scheinbar naive Heiterkeit waren auch diesmal Kennzeichen dieser Inszenierung, die auf Festivals in Brixen, Korbach und im Oktober in Wien mit viel Erfolg gezeigt wurde. Der lang andauernde Beifall war zugleich ein großes Dankeschön an Herrn Gritzner, dem das Kulturforum viele wunderbare Abende verdankt. Ich hoffe, wir werden von ihm noch hören und sehen…

Roland Eschner