2012 DDR-Zeitzeugin im AMG

Von der Stasi nicht kleingekriegt

Redakteurin und DDR-Zeitzeugin Ellen Thiemann

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Bild aus der ZDF-Serie Momente der Geschichte

am 27.1. zu Gast im
Albertus-Magnus-Gymnasium
11.45-13.20 Uhr

Ellen Thiemann in Kürze:
Ellen Thiemann (geb. 1937 in Dresden) arbeitete als Redakteurin.
Mit Ehemann und Sohn plante sie im Dezember 1972 die Flucht in die Bundesrepublik. Das Vorhaben misslang. Wegen geplanter "Republikflucht" erhielt sie drei Jahre und fünf Monate Gefängnis. Ende Mai 1975 wurde sie entlassen.
Ende 1975 siedelte sie mit ihrem Sohn nach Köln über. Erst 1992 und 1999 erfuhr sie, dass ihr Mann (IM "Mathias") die eigene Familie verraten hatte.
Mit 24 Anzeigen gegen Täter und mit mehreren Büchern trug sie wesentlich zur Aufklärung über das DDR-Unrecht bei.
http://www.ddr-zeitzeuge.de/ddr-zeitzeugen-recherchieren/ddr-zeitzeuge/ellen-thiemann-164.html

weitere Informationen
„Wir waren zu ein paar Jahren verurteilt. Tatsächlich dauert unsere Haftzeit lebenslang.“
Ellen Thiemann ging in den 70er Jahren „durch die Hölle des Frauenzuchthauses Hoheneck“, wie der Untertitel zu ihrem Buch „Stell dich mit den Schergen gut“ heißt. Ihr angebliches „Vergehen“: geplante „Republikflucht“. Für den Wunsch, aus dem großen Gefängnis DDR zu flüchten, wurde sie mit über drei Jahren Gefängnis bestraft. Sie nahm alle Schuld auf sich, für ihr Kind, aber auch um ihren Ehemann zu schützen. Wie sie viel später erfahren musste: Er hatte sie jahrelang in Auftrag der Stasi bespitzelt und verraten.
Aber Ellen Thiemann gehört nicht zu denjenigen, die verdrängen und vergessen wollen. Sie schreibt stellvertretend für alle, die sich der SED-Diktatur widersetzten: „Wir setzten Zeichen. Wir hatten Recht. Wir haben gesiegt“, aber eben auch „Wir tragen Verantwortung“.
Die Schrecken der DDR rücken in immer weitere Ferne oder werden sogar verklärt. Schüler, die einige Jahre nach der Wiedervereinigung 1990 geboren wurden, können meist ohnehin mit der dunklen Vergangenheit in einem Teil Deutschlands nichts anfangen. Die DDR erscheint geografisch wie zeitlich weit, weit weg zu sein.
Umso wichtiger ist die Initiative des „Zeitzeugenbüros“ in Berlin, das von der Bundesregierung unterstützt wird: Opfer der Stasi, der berüchtigten „Staatssicherheit“ gehen z.B. in Schulen und erzählen „ihre“ Geschichte. Auf einmal wird Vergangenheit, die fern ist und fast unwirklich scheint, brennende Aktualität. Geschichte aus Büchern wird zur Lebensgeschichte eines Menschen.
Die Schüler haben die einmalige Gelegenheit, jemanden kennen zu lernen und zu befragen, der die DDR erlebt und erlitten hat. Ellen Thiemann hat die Haft in der DDR überlebt, Folter, Schlafentzug und systematische Erniedrigung.
Sie wird am Freitag, den 27.1. in der Zeit von 11.45 Uhr bis 13.20 Uhr Schülern der Kurse Sozialwissenschaften von Herrn Leyhe im Albertus-Magnus-Gymnasium ihre Geschichte erzählen und Rede und Antwort stehen. Dazu sind Medien-Vertreter herzlich eingeladen.


Kontakt: Jochen Leyhe (Lehrer),   0228/471861, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.