Sanitätsdienst

Ein fast alltäglicher Fall: Durchsage des Hausmeisters über die Sprechanlage: " Schulsanitäter zur Eingangshalle!" Sofort sind nach Einsatzplan 2 Jugendliche aus der 10 - 13 zur Stelle. Sie wissen, was zu tun ist, denn sie sind von den Hilfsorganisationen ausgebildete Ersthelfer. Das funktioniert schon seit Jahren hervorragend am AMG. Was ist also neu und daher hier erwähnenswert?

Wie an vielen Stellen nimmt die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Tätigkeit ab, so auch bei den Hilfsorganisationen. Die flächendeckende Ausbildung von Schulsanitätern ist dadurch gefährdet, es sei denn, interessierte Lehrer haben die notwendigen Qualifikationen erworben und bilden Schüler an ihrer Schule selbst aus. Dies geschieht mittlerweile an 11 Kölner Schulen, und das AMG ist dabei. Z.Z. werden jährlich ca. 20 Jugendliche aus der 9. Klasse im Bio/Sport Diff.-Kurs intensiv in Erster Hilfe geschult. Daraus rekrutieren sich stets einige für den Schulsanitätsdienst und die Kontinuität bleibt gewahrt.

Der Schulsanitätsdienst kommt der ganzen Schule zugute: er bringt Sicherheit und beeinflusst das soziale Klima an der Schule positiv.

Wilfried Hartlieb

Schulsanitätsdienst -Wettbewerb

Ein erfolgreicher dritter Platz, Krach, wenig Schlaf viel Kaffee und jede Menge Verletzte.

Ich hatte das Vergnügen, zusammen mit einigen anderen Schulsanitätern den alljährlichen Sanitätswettbewerb besuchen zu dürfen.

Der Tag begann mit einem viel zu frühen Klingeln des Weckers, weshalb ich auch zu den danach folgenden Stunden nicht viel sagen kann, da Ich diese mehr schlaftrunken als wach verbrachte, bis zum ersten Kaffe.

Nachdem wir die Kreuzgasse (die ausrichtende Schule) erfolgreich erreicht hatten, durchliefen wir erst einmal das Vorwettbewerbsprozedere.

Es gab Gruppenfotos, die Möglichkeit des Frühstückens (Kaffee) und ein anschließendes Willkommens-/ Erklärungs- / Unterhaltungsprogramm. Dazu gehörte eine Band, die ganz den Charakter eines Weckers besaß, nur, dass man sie nicht ausschalten konnte.

Danach waren wir informiert, wach, aufgeregt und mit einem für einen Wecker eher unüblichen Ohrenklingeln gesegnet.

Wir hatten uns schon im Vorhinein für Vorbereitungen getroffen, sonst hätten wir wahrscheinlich noch mehr „Muffensausen“ gehabt. Glücklicherweise hatte ein Jugendrotkreuzmitglied uns angeboten, sich ein paar Mal mit uns zu treffen und uns mit den Vorbereitungen zu helfen, was definitiv eine Hilfe war, an dieser Stelle nochmal vielen Dank.

Allerdings war die Aufregung vor dem ersten Fallbeispiel doch schon deutlich zu spüren, aber jetzt hatte man ja keine Wahl mehr, also hieß es wohl erst einmal tief Luft holen und dann ran.

Ich muss zugeben, dass bei mir so ziemlich alle Aufregung nach der ersten Aufgabe verflog und schon bald durch Ehrgeiz und ein Erfolgsgefühl ersetzt wurde, das nach jedem erfolgreich gemeisterten Fall zunahm. Das war schon eine gute Erfahrung.

Jedenfalls stürmten wir frohgemut in den Wettbewerb. Wir wurden durch zwei mal fünf Fallbeispiele gelotst. Über die zwei Spielestationen verliere ich hier lieber nicht zu viele Worte. Ich kann nur sagen, dass es einige wirklich komische Twister Varianten gibt . Die Fallbeispiele waren gut dargestellt und gut gespielt. Unterschieden haben sie sich im Grad der Herausforderung wie z.B., dass bei einigen mehr Multitasking als bei anderen gefragt war, also waren Mädchen klar im Vorteil. Auch die Art der Behandlung konnte sich aufwändiger gestalten z.B. durch das Anlegen von komplizierten Verbänden. Dabei stach besonders ein Fall heraus, in dem ein Mädchen behandelt werden musste, das durch eine Glastür gestürzt war. Dank realistischer Unfalldarstellung war das dargebotene Schauspiel äußerst überzeugend, außerdem mussten mehrere Wunden verbunden werden, was aufgrund von in die Haut geschminkten Scherben gar nicht so einfach von der Hand ging und noch von einer „Blut- spritzt- aus- geschminkter- Haut- Pumpe“ unterstützt wurde. Es war auf jeden Fall eine Sauerei.

Nach den letzten Schaubeispielen durften wir uns noch eine gute Weile gedulden, bis die Ergebnisse ausgewertet wurden. Danach gab es eine Siegerehrung inklusive Wecker. Als die Siegerehrung dann beendet war, war man erschöpft und zufrieden, aber letztendlich auch glücklich, dass man sich davon machen konnte. So ein Wettbewerb schlaucht schon. Nichtsdestotrotz hat es schon viel Spaß gemacht, und ich glaube alle waren auch froh, dass sie dabei gewesen sind.

Wir belegten den dritten Platz, womit man sich nur schlecht beschweren kann. Allerdings bleibt zu erwähnen, dass die Punktunterschiede der drei Bestplatzierten sich nur minimal unterschieden. Was wohl heißt, dass sich niemand davor fürchten muss sich von unseren Sanitätern behandeln zu lassen und darum geht’s ja schließlich oder?

Ein Sanitäter