OpenRockHouse 2009
9. OpenRockHouse
Nachwuchs hat ganz viel Stil
Von Sascha Pries, 21.05.09, 12:17h Kölner Stadtanzeiger
Beim Musik-Festival im Albertus-Magnus-Gymnasium zeigten Nachwuchsband ihr Können. Die Veranstalter des neunten OpenRockHouse boten den rund 600 Zuschauern viel musikalische Abwechslung.
Neuehrenfel - Das Konzert hat noch gar nicht angefangen, da sind schon mehr als 200 Schüler, Lehrer, Eltern und andere Gäste vor der Bühne versammelt und warten auf die ersten Akkorde. Im Verlaufe des Abends werden mehr als 600 Menschen die Aula des Albertus-Magnus-Gymnasiums (AMG) füllen. Das von Schülern des AMG organisierte Nachwuchsband-Festival OpenRockHouse fand dieses Jahr schon zum neunten Mal statt. Ähnlich wie in den vergangenen Jahren standen auch jetzt wieder Bands aus verschiedensten Genres auf der Bühne. Unter Rock lassen sie sich inzwischen nur noch schwerlich zusammenfassen: Harte Klänge von „Black Currant“ treffen auf die von Ska beeinflusste Musik von „Mathew's Flat ( & Phone Company)“ und „ deutschsprachigen Pop von „Nils“.Auch beim Alter der Musiker gibt es große Unterschiede: Mit durchschnittlich elf Jahren sind die Mitglieder der Ehrenfelder Gruppe „MP6“ die jüngsten. Die anderen Musiker sind bis zu 20 Jahre alt. Angefangen hat das Festival mit der Idee, den zahlreichen Bands, die es am AMG gibt, eine Bühne zu geben. Inzwischen kommen die Gruppen aus dem Großraum Köln und manche haben sich in der Region eine beträchtliche Anzahl an Fans erspielt.
„Es geht uns nach wie vor darum, den Nachwuchs zu fördern“, sagt die 19 Jahre alte Schülerin Marie Endruweit, die das Festival seit fünf Jahren mit organisiert. „Wir wollen aber auch unbekannteren älteren Bands die Chance geben, vor einem großen Publikum zu spielen.“ Bekanntere Kombos wie „Crushhour“ aus Wuppertal sollen dafür sorgen, dass möglichst viele Musikfreunde kommen und die Aula auch bei den Konzerten der Newcomer aus allen Nähten platzt. Davon können zum Beispiel „MP6“ profitieren, die zum ersten Mal beim OpenRockHouse dabei waren. Obwohl die Bandmitglieder nicht älter als zwölf Jahre sind, gibt es die Ehrenfelder Band schon seit rund fünf Jahren. „Wir spielen etwa fünf Auftritte im Jahr“, sagt Sänger Jaron Henze.
Der Anspannung auf der Bühne sehen die sechs Newcomer daher einigermaßen gelassen entgegen. Neben einigen selbstgeschriebenen Stücken präsentieren sie auch ein Cover des Beatles Stücks „Back in the U.S.S.R.“ Bevor die neun Gruppen beim OpenRockHouse auf die Bühne gelassen werden, müssen sie sich in einem Auswahlverfahren gegen insgesamt 19 Bewerber durchsetzen. Viele Bands haben eigene Internetseiten, auf denen Stücke angehört und verglichen werden können. „Es ging uns darum, eine gute Mischung zu finden“, sagt die 16 Jahre alte Schülerin und Organisatorin Lena Kronenbürger. Bei der Organisation des OpenRockHouse sind Lena, Marie und vier weitere Schüler weitgehend auf sich allein gestellt.
Der Auf- und Abbau der Technik, die Werbung fürs Festivals in Internetforen und anderen Kölner Schulen und die Finanzierung - alles wird von den Schülern selbst übernommen. Die Lehrer übernehmen am Abend des Festivals lediglich die Aufsicht. „Wir sind inzwischen ein so gutes Team, dass alles sehr reibungslos funktioniert“, sagt Marie. Die Einnahmen des Festivals kommen der Kasse der Schülervertretung zugute.
