
willenlos
Willensfreiheit - liebe Illusion?
Ein Krimi von „Tam-Tam“ zu Philosophie und Gehirnforschung

Wie frei sind unsere Gedanken, wie frei ist unser wollen? Diese Frage wird nicht nur in Fernseh Talk Runden oder Feuilletons und Wissenschaftsseiten von Zeitungen diskutiert,
auch im Biologie oder Pädagogikunterricht wird dieses Thema problematisiert. Was bedeutet es für uns welche Konsequenzen ergeben sich aus Erkenntnissen der Gehirnforschung für unser Weltbild oder unseren Alltag? Und ist es möglich, in einem Theaterstück diese Gedanken auf die Bühne zu bringen, und die Zuschauer dadurch anzuregen, sich selbst eine Meinung zu bilden zu Fragen von Schuldfähigkeit, Kausalität des eigenen Wollen und Handelns und Willensfreiheit. Nachdem wir uns für dieses Problemfeld entschieden hatten, improvisierten wir erst mal zu verschiedenen Aspekten wie Prägung durch das Elternhaus, Sucht und eigener Wille, Orakel und Schicksal, Begegnung mit sich selbst, Zufall als Regisseur des Lebens, Vorgänge in einem Gehirn, und erspielten viele interessante Szenen. Allmählich entwickelten sich Zusammenhänge, und immer wieder entdeckten wir neue Sehweisen. Natürlich gab es die unterschiedlichsten
Ansichten, doch einfache Antworten oder die große Klarheit sind bei der Komplexität des Themas nicht zu erwarten. Jeder einzelne von uns schwankte in seinen Positionen hin und her, und so sollte auch das Stück nicht eine Wahrheit verkünden,
sondern eher verunsichern und zum Weiterdenken animieren.
Nach unserer Materialsammlung
waren schnell mehrere Handlungsstränge gefunden, die dann verknüpft und mit surrealen Elemente
zusammen gebracht wurden. Die Theaterfahrt in die Eifel mit seiner sehr konstruktiven und kreativen Atmosphäre bot schließlich die Gelegenheit, die einzelnen Dialoge und Monologe zu erstellen und das Stück in einer Szenenschnitttechnik zu gestalten, die an filmisches Arbeiten erinnert („pulp fiction“ stand Pate), was nicht zuletzt Bezug nimmt zu assoziativen Vorgängen und Verknüpfungen im Gehirn. Was bekam der Zuschauerschließlich
präsentiert: Eine unterhaltsame, amüsante, skurrile und spannende Handlung und: Verwirrung, Chaos, jedenfalls keine Lösung, und vielleicht das Ärgernis, sich selbst Gedanken machen zu müssen.
Das Stück wurde nicht nur vom Publikum begeistert aufgenommen,
sondern auch die Jury der Schultheaterwoche war von der Aufführung so angetan, dass sie uns einlud, es im Sommer in der Schlosserei des Schauspielhauses zu zeigen. Das bedeutete zwar noch einmal einiges an Aufwand und Proben, aber die besondere Erfahrung, an einem anderen Ort vor fremdem Publikum unter z.T. professionellen
Bedingungen Theater spielen zu können, war das allemal Wert, und der Applaus sowie die anschließende Feier ließen alle Anstengungen vergessen.