Kulturelle Bildung macht Schule: Die Theater-Medien-Klassen

 

Als Modellprojekt gestartet - heute unverwechselbares Profil der Schule

Seit dem Schuljahr 2000/2001 bietet das Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG)
einen besonderen Schwerpunkt in seinem Schulprogramm: Die Theater-Medien-
Klassen. In jeder Jahrgangsstufe erhält jeweils eine Klasse zusätzlich zum regulären
Schulunterricht eine theater- und medienspezifische Ausbildung. In den
ersten beiden Jahren wird fast ausschließlich Theater gespielt, viel improvisiert
und es werden erste kleine Stücke entwickelt. Ab der Klasse 7 erweitert sich das
Spektrum, zum einen durch Angebote aus dem Bereich Medien, zum anderen
durch differenziertere Theaterangebote. Den Unterricht gestalten
professionelle Schauspieler, Regisseure, Theaterpädagogen, Tänzer und für den
Medienbereich Gastdozenten unterschiedlichster Fachrichtungen. Als Kooperationspartner
steht uns seit Beginn dieses Projektes das Kölner Freie Theater
Comedia zur Seite.

Inzwischen hat dieses durch Elternbeiträge finanzierte Projekt eine Größe
erreicht, die allein durch ehrenamtliches Engagement des Förderverein-Vorstands,
der beteiligten Lehrer und der Comedia nicht zu steuern ist. Und so koordiniert
heute Rainer Daub das gesamte Projekt.
Nicht nur bei Eltern und Schülern, sondern auch in der pädagogischen Fachwelt
findet unser Konzept sehr ermutigenden Anklang. So wurden unsere Theater-
Medien-Klassen als beispielhaftes Projekt in dem 2004 erschienenen Buch
„Kinder zum Olymp! – Wege zur Kultur für Kinder und Jugendliche“ der Kulturstiftung
der Länder ausgewiesen. 2008 schließlich wurde das AMG im Rahmen
des Wettbewerbs „Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“
von der Staatskanzlei NRW als Schule mit besonderem Kulturprofil ausgezeichnet.
Wir hoffen, dass unser Beispiel Schule machen wird.

 

Persönlichkeitsbildung im aktiven Umgang mit Kultur

Kulturelle Bildung meint die aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur.
In diesem Sinne werden unsere Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Facetten von Kultur auf lustvolle Weise vertraut gemacht, indem ihnen ein spielerischer Zugang zu kulturellen Phänomenen ermöglicht wird.
Ziel ist es, die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und ihre sozialen, kommunikativen und kreativen Fähigkeiten zu stärken. Der Umgang mit Theater und Medien ist dazu in besonderem Maße geeignet.

 

Theater- und Medienarbeit
- integriert verschiedene Ausdrucksformen der Kunst: Bildende Künste, Musik, Tanz,Theater, Literatur, Film.
- schult kommunikative Kompetenz: An der Realisierung eines Projektes sind viele Personen beteiligt, die im Team arbeiten und deshalb miteinander kommunizieren müssen. Kinder und Jugendliche erfahren, welche Bedeutung Vertrauen, Zuverlässigkeit und disziplinierter Umgang miteinander haben.
- fordert projektorientierte Selbstorganisation:
Die Theater- und Medienarbeit verlangt ein hohes Maß an Organisation von Arbeitsprozessen, die meist in eine öffentliche Präsentation münden. Der eigene Beitrag bekommt eine unverzichtbare Relevanz für das Gelingen.
- fördert eine ganzheitliche Auseinandersetzung mit Inhalten: Bei der Produktion eines
Filmes, dem Schreiben eines Songs und der Inszenierung eines Theaterstückes
werden immer auch Inhalte vermittelt.
Die Auseinandersetzung mit diesen Inhalten geschieht körperlich, geistig und emotional. Die Schülerinnen und Schüler bringen Kreativität und persönliche Erfahrungen aber auch fachliches Know-how in die Arbeit mit ein. Letzteres erwerben sie im Rahmen ihrer Ausbildung.

 

Vielseitige Ausbildung
Die Schülerinnen und Schüler der Theater-Medien-Klassen erhalten eine Theater-Medien-Ausbildung von der Klasse 5 bis zum Abitur. Zum einen werden alle wichtigen Elemente des Theaters vermittelt: Körperarbeit, Improvisation, Rollenarbeit, Sprecherziehung, Dramaturgie, Tanz, Bühnenmusik, Bühnenbild, Bühnentechnik, Figurenspiel und Theatertheorie. Zum anderen wird den Schülerinnen und Schülern Medienkompetenz in den Bereichen Video, Film und Dokumentation vermittelt. Diese reicht vom Camera-Acting über das Verfassen von Storyboards bis hin zu Kameraführung und Schnitt.

Zusammenarbeit mit Profis
Die Öffnung unserer Schule nach außen durch die Kooperation mit außerschulischen Partnern ist eine Besonderheit unseres Konzeptes. Professionelle Schauspieler, Theaterpädagogen, Tänzerinnen und Regisseure sowie Medienexperten aus den Bereichen Film, Hörspiel und Musik arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern.

Zusatzausbildung und Öffnung der Schule

Vernetzung mit dem regulären Unterricht
Die Inhalte der Theater-Medienkurse werden altersgerecht aufbereitet und strukturiert. Darüber hinaus ist fächerübergreifender Unterricht durch die Verknüpfung der Inhalte von Theater-Medien- und Vormittagsunterricht Teil unseres Konzeptes. Wo es im regulären Unterricht möglich ist und sich thematisch anbietet, widmen sich die Lehrer in Fächern wie Kunst, Musik, Deutsch, Sport und Fremdsprachen den Themen rund um die Bühne und die Medienwelt.

Öffentliche Präsentation
Die Ergebnisse aus den Kursen werden regelmäßig im Rahmen von Theaterabenden, Schulfesten oder sogenannten „Medientagen“ präsentiert. Veranstaltungsorte sind vor allem unsere Schule und das Theater der Comedia. Darüber hinaus kooperieren wir mit anderen Theatern und nehmen an Festivals im In- und Ausland teil.