Entstehung der TMK
Wie wir wurden, was wir sind
Theatertradition trifft Innovationswillen
Die Idee, am Albertus-Magnus-Gymnasium eine Klasse einzurichten, in der Theater
und Medien einen entscheidenden Schwerpunkt bilden, ist ohne die intensive und
erfolgreiche Theatertradition der Schule nicht denkbar. Seit Jahren gibt es am AMG
eine Vielzahl von Theaterprojekten und Theatergruppen, deren Erfolg sich an Auszeichnungen
und Einladungen zu Theater-Festivals messen lässt. Die beiden Kunstlehrer
Günter Gritzner und Roland Eschner suchten gemeinsam mit der Schulleiterin
Ulrike Heuer nach Wegen, die Begrenzungen der Theater-AGs zu überwinden
und eine intensivere und langfristige Arbeit zu ermöglichen. Sie nahmen
Kontakt zur Comedia auf, die ebenfalls auf der Suche nach neuen Konzepten in der
Theaterpädagogik war. So wurde die Idee der Theater-Medien-Klassen geboren.
Erste Schritte und ein großes Ziel: Bologna
Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Comedia begann mit einem ambitionierten
Pilotprojekt: Die Comedia war von ihren Kollegen vom Kinderkulturhaus
Testoni Ragazzi eingeladen worden, mit einer Gruppe von Schülerinnen und
Schülern an einem europäischen Kinder-Theatertreffen in Bologna teilzunehmen.
Die Gruppe wurde am Albertus-Magnus-Gymnasium zusammengestellt,
erarbeitete mit der Theaterpädagogin Birgit Günster eine Inszenierung zum
vorgegebenen Thema „Orpheus“ und verbrachte eine unvergessliche Woche in
Bologna mit etwa vierhundert Kindern aus anderen europäischen Nationen.
Theater ist mehr als Schauspiel
Parallel erarbeiteten Vertreter des AMG und der Comedia das Konzept für die
Theater-Medien-Klassen an der Schule. Bei den Inhalten war man sich schnell
einig. Im Zentrum sollte das Theater mit all seinen Facetten stehen: Neben dem
Theaterspiel auch die dazugehörigen Künste und Techniken wie Musik, Tanz,
Bühnen- und Kostümbild, Licht- und Tontechnik. Der Bereich Medien sollte
ebenfalls vertreten sein. Als Dozenten sollten Profis gewonnen werden.
Alles unter einen Hut: Der Förderverein
Weit mehr Kopfzerbrechen als die Inhalte machte die organisatorische und
finanzielle Seite des Projektes. Interessierte Eltern und Kinder mussten beraten,
diese doch außergewöhnlichen Klassen in den normalen Schulbetrieb integriert,
Unterrichts- und Spielorte geschaffen werden. Und es musste ein Weg gefunden
werden, Dozentenhonorare und Ausstattungen zu finanzieren. Dazu gründete
sich ein eigener Förderverein, der Verträge mit der Comedia und anderen Institutionen
auf der einen Seite, mit den Eltern der beteiligten Schüler auf der anderen
Seite abschließen sollte. So finanziert sich das Projekt bis heute fast ausschließlich
über die Beiträge der Eltern.
Eine feste Größe bleibt flexibel
Inhaltlich und organisatorisch geht das Projekt in seiner Entwicklung auf die
Erfahrungen, Bedürfnisse und Anforderungen aller Beteiligten ein. So ändern
sich die Inhalte der Kurse, je nach Wahl der Schüler und Verfügbarkeit der Dozenten.
Auch organisatorische Veränderungen haben sich als sinnvoll erwiesen.
So begann das Projekt ausschließlich mit Kursen, die während des Schuljahres
durchgehend wöchentlich stattfanden. Mittlerweile können die Schülerinnen und
Schüler auch Blockkurse belegen, die sich auf einige Vorbereitungsstunden und
Intensivwochenenden beschränken. Das Angebot im Medienbereich konnte in
den vergangenen Jahren stark erweitert werden und wird von den Schülern sehr
gut angenommen. Als neue Präsentationsform hat sich neben den Theateraufführungen
der „Medientag“ etabliert. Die Qualität der Produktionen ist oft verblüffend,
die Resonanz des Publikums einhellig begeistert.

