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Die Nachricht kam früh in den Chat der SV-Gruppe. Wer hätte Lust ein Interview mit Schulikone Wolfgang Petzke über seine Erfahrungen in der Deutschen - Demokratischen - Republik zu führen. Da haben wir (Mathilda und Leonard (beide Q2)) nicht lange gezögert. Für unsere Generation, in der wir kein geteiltes Deutschland miterleben mussten, ist es schwierig nachzuvollziehen, was das bedeutet hat. Für die Menschen im Westen, gerade aber auch für die Menschen in der DDR. Hier einige Impressionen aus dem gemeinsamen Gespräch.

Es war beeindruckend zu hören, wie verschieden das Leben in der DDR war, doch zugleich auch so nah. Es fing damit an, dass die Einreise in den Osten Deutschlands nur sehr kompliziert durchzuführen war. Entweder man geduldete sich monatelang, um Antworten auf Einreiseanfragen zu erhalten, oder man hatte Kontakte, die einem die Einreise ermöglichten.

Wenn es dann soweit war und man endlich einreisen durfte, bestand die Vorschrift, keine literarischen “Druckschriften” (West-Magazine, Bücher...) mitzunehmen. Natürlich fand man Mittel und Wege, dies trotzdem zu tun, doch war dies nichts für schwache Nerven. So musste man als Westdeutscher zwischen mindestens 30 Minuten und 120 Minuten für die Grenzkontrolle einplanen. Dazu kam eine Gebühr von fünf Mark für ein Visum und 25 Mark “Zwangsumtausch”, der aufgrund der niedrigen Preise schwierig auszugeben war.

Auch das allgemeine Erscheinungsbild in der gesamten DDR unterschied sich gewaltig von westlichen Eindrücken. So waren laut Petzke wenig Autos - selbst in den Straßen Ost-Berlins - zu sehen. Im Westen unvorstellbar. Ebenfalls durften nach Ost-Berlin keine (west)deutschen Fluggesellschaften fliegen. Auch die Präsenz des Geheimdienstes der Regierung in der DDR, der
“Staatssicherheit” (StaSi), war nicht von der Hand zu weisen. So war bei Predigten in Kirchen beispielsweise immer ein StaSi-Agent anwesend, um zu kontrollieren, dass nichts unrechtmäßiges (nach Empfinden der Regierung) gestochen wurde.

So war die Erleichterung in weiten Teilen der DDR groß, als verkündet wurde, dass es eine Wiedervereinigung gibt und die Mauer, die Deutschland über 28 Jahre teilte, abgerissen wird.

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