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 Fridays For Future - Ein Schritt in die richtige Richtung
Eine Schülerperspektive zum Thema von Mathilda Menzel und Gesa Schmidt

Ganz ehrlich: Ich persönlich war erst zweimal bei einer Fridays-for-Future-Demonstration. Zum einen, weil ich freitags immer den wichtigsten Unterricht in der Woche habe und ich mir deshalb nicht erlauben kann, allzu häufig zu fehlen. Und zum anderen, weil ich mich immer gefragt habe, ob ich überhaupt berechtigt bin, da mitzumachen.

Klar, auch ich tue etwas gegen den Klimawandel. Ich fahre viel Fahrrad, ernähre mich vegetarisch, kaufe gerne Secondhand-Klamotten, benutze eine Zahnbürste aus Bambus und vermeide es, Produkte in und aus Plastik zu kaufen. Mein Umweltbewusstsein ist also prinzipiell vorhanden.Dennoch dusche ich gerne lange und warm, kaufe Dinge, die ich nicht unbedingt benötige, und verursache durch mein Smartphone einen Stromverbrauch, den ich wahrscheinlich einschränken sollte. Außerdem esse ich importierte Früchte und ebensolches Gemüse, fahre gerne in den Urlaub und fliege sogar manchmal. In Summe könnte ich also mehr machen.

Wenn ich dann allerdings in den Massen der Fridays-for-Future-Bewegung stehe, kann ich kaum aufhören zu strahlen. Denn welche Energie und Euphorie von den Menschenmassen aus Jugendlichen, Kindern, Lehrern, Eltern und auch Großeltern ausgeht, lässt sich kaum beschreiben. Was für eine Welle. Was für eine Kraft. Was für eine Wucht. Jeder einzelne, der in dieser Menschenmenge steht, möchte etwas ändern; möchte seinen Teil zu dieser Bewegung beitragen und den Klimawandel stoppen. Und wenn wir da so stehen, geht es überhaupt nicht darum, wer am meisten tut oder wer seine CO2-Bilanz am niedrigsten hält. Es geht vielmehr darum, dass wir überhaupt etwas tun.

Die Antwort der Politik ist meistens ein Rückschlag. Ich fühle mich zwar nicht direkt im Stich gelassen, aber in jedem Fall missverstanden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass jede Demonstration etwas gebracht hat. Weil die Veranstaltungen nämlich einen anregenden Austausch über neue und alte Möglichkeiten geben, die wir Schüler in unserem Leben leicht umsetzten können, um so die Umwelt zu schützen. Am Ende der Demonstration gehen wir, zumindest ich und meine Freunde, immer mit neuer Motivation und Inspiration nach Hause. Wir fühlen uns fast unbesiegbar. Und haben den Drang, jetzt noch mehr zu tun als vorher. Was für uns schon einmal ein Schritt in die richtige Richtung ist.

 

 „Fridays for Future“
Fragen der SV an Schulleiterin Antje SchmidtMathilda Menzel/ Astrid van der Auwera

Inwiefern, denken Sie ist es realisierbar, von Seiten der Schulleitung die Schüler zu unterstützen, die der Fridays-For-Future-Bewegung angehören?

Zunächst nehmen wir das Anliegen der Schüler sehr ernst und versuchen, den rechtlichen Rahmen, der uns als Schule vorgegeben ist, soweit es geht auszuschöpfen: Wir haben das Thema in zahlreiche Fächern und Kurse eingebunden und so versucht, eine Verbindung vom Unterricht zur „Fridays for-Future“-Bewegung zu schaffen. Wir haben auch Gründung der Umwelt AG bewusst gefördert, um den Schüler*innen verschiedene Möglichkeiten zu bieten, sich über das Thema zu informieren oder sich in dem Kontext zu engagieren.


Welche Möglichkeiten fallen ihnen noch ein um unsere Schule noch umweltfreundlicher zu machen? 

Es gibt große Projekte wie zum Beispiel eine Solaranlage auf dem Dach der Schule. Die Recherchearbeit im Verwaltungsdschungel zur Förderung von Solarenergietechnik hat Herr Lindenbaum bereits aufgenommen und schlägt sich tapfer durch die Bürokratie.

Aber es gibt auch Maßnahmen, die mehr im Alltag greifen: Zusammen mit Herrn Selçuk haben wir zum Beispiel versucht, Mülltrennung so einfach wie möglich zu machen; durch entsprechende Mülleimer in den Klassen auf dem Schulhof. Auch die Putzkolonne ist entsprechend angewiesen, auf Mülltrennung zu achten.

Nicht zuletzt wollen wir in unserer Projektwoche 2020 ganz intensiv und tatkräftig auf Themen wie „Umweltschutz“, „Nachhaltigkeit“, „Klimawandel“ eingehen. Im Januar werden die Schüler befragt werden, welche konkreten Themen und Fragen ihnen besonders am Herzen liegen. So werden die konkreten Themen der Projektwoche festgelegt.

Was tun sie in Ihren Privatleben, was mit den Interessen der Fridays-For-Future-Bewegung übereinstimmen?

Zunächst versuche ich Flüge zu vermeiden. Ich bin in den letzten Jahren nur einmal geflogen und da ließ sich das Reiseziel – New York - nicht anders erreichen.

Aber auch im Alltag versuche ich darauf zu achten, mich umweltfreundlich fortzubewegen. Ich fahre an einigen Tagen in der Woche mit dem Fahrrad aus Langenfeld zur Schule. (Anmerkung: das sind 23 km!)

Müllvermeidung ist für mich ein wichtiger Punkt. Ich trinke zum Beispiel Leitungswasser, kaufe regional ein, versuche Verpackungen zu vermeiden, wo es geht. Und das Haus, in dem ich wohne, ist wärmegedämmt.

Wo sehen Sie das AMG in 5 Jahren im Hinblick auf Umweltschutz?

Schwer einschätzbar, weil man sich vieles wünscht und nicht alles im Rahmen der Schule rechtlich und finanziell umgesetzt werden kann.

Was wir aber weiterhin fördern möchten und können sind Projekte wie ein variantenreicher Schulgarten, in dem nicht nur Zierpflanzen angepflanzt sind, sondern auch Apfelbäume, Johannisbeersträucher etc. Die Bepflanzung ist bienenfreundlich und natürlich gibt es am AMG auch  Insektenhotels.

Wir möchten die Natur im Schulalltag greifbar machen durch „kleine“ Schritte, wie zum Beispiel das Anlegen von Hochbeeten auf dem Schulhof.

An großen Projekten wie der Solaranlage auf dem Dach arbeiten wir, aber das wird sicher noch etwas dauern.

Wichtig für mich ist, dass die Schüler ein Bewusstsein für das Thema entwickeln! Wir versuchen, dieses Bewusstsein zu fördern. Dem Lehrerkollegium liegt viel daran, die Schüler*innen im Rahmen der AG, der Projektwoche oder im Unterricht zu unterstützten, sich mit Umweltschutz und Klimawandel auseinanderzusetzen, aktiv zu werden, eigene Ideen zu diskutieren und umzusetzen. Das betrifft dann auch konkret die eigene Person, wenn wir z.B. über das Fahrtenkonzept diskutieren und entscheiden, welche Schulfahrten wir beibehalten wollen.

Inwiefern ist es Ihnen rechtlich verboten uns (die Schüler) bei unseren Protesten zu unterstützen? 

Rechtlich gesehen ist es mir verboten, das Fehlen von Schüler im Unterricht aufgrund der Teilnahme an einer Friday’s for Future Demonstration zu entschuldigen. Aber ich finde es viel wichtiger zu fragen, wie gehen wir mit dem Thema und dem Engagement an sich um. Manche Eltern geben für Fehlen ihres Kindes ganz bewusst den Grund, manche geben auch einen falschen Grund. Aber damit nehmen sie unbeabsichtigt dem von den Schüler*innen gesetzten Zeichen die Strahlkraft: Die Fehlstunden stehen ja als Signal für ein von den Schüler*innen als wichtig empfundenes Engagement. Und Engagement hat eben auch immer Konsequenzen. In diesem Sinne findet hier eine wichtige Lektion demokratischer Erziehung statt, wenn man lernt, dass die Konsequenz für das eigene Tun durchaus zu tragen sind, wenn man dahinter steht.

Welche Werte möchten Sie am AMG vermitteln, die die SuS in ihre berufliche und private Zukunft mitnehmen?

Das geht natürlich weit über den Kontext hinaus, hat aber natürlich auf damit zu tun: Offenheit und Ehrlichkeit, Solidarität und Hilfsbereitschaft und Handlungskompetenz. All dies spielt besonders in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit eine große Rolle.

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