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Inklusion am AMG

Gelebte Inklusion seit 2010

Das Albertus-Magnus-Gymnasium Köln ist seit 2010 eine inklusive Schule des Gemeinsamen Lernens. Unter dem Leitgedanken „Vielfalt aktiv miteinander gestalten” hat sich die gesamte Schulgemeinschaft seither auf den Weg gemacht, Inklusion nicht nur zu verwalten, sondern aktiv zu leben. Für uns bedeutet Inklusion, dass wir die Verschiedenheit aller Schülerinnen und Schüler als Normalität und als Chance begreifen – das ist gut für alle Kinder, nicht nur für die mit einem besonderen Förderbedarf. Unser Ziel ist eine echte Schule der Vielfalt: Seit der ersten inklusiven Klasse im Schuljahr 2013/14 ist das Gemeinsame Lernen fester Bestandteil unseres Schulalltags, und seit dem Schuljahr 2022/23 sind wir eine Inklusive Schule mit zieldifferenter Förderung.

Individuelle Förderung für jedes Kind

Aktuell lernen ca 50 Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf am Albertus-Magnus-Gymnasium – in den Bereichen Lernen, emotionale und soziale Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sprache, Sehen sowie Hören und Kommunikation. Seit 2013 sammeln wir intensive und gute Erfahrungen mit der zielgleichen Förderung in all diesen Bereichen. Besonders im Förderschwerpunkt Lernen ermöglichen wir zieldifferenten Unterricht: Diese Kinder besuchen die allgemeine Schule, streben jedoch nicht den Abschluss des Gymnasiums, sondern den entsprechenden Abschluss der Förderschule an. So profitiert jedes Kind von einer Förderung, die zu seinen individuellen Möglichkeiten passt.

Starke Ressourcen, starkes Team

Inklusion gelingt bei uns durch ein gut aufgestelltes Team und verlässliche Ressourcen. Zurzeit verfügt das Albertus-Magnus-Gymnasium über sechs Sonderpädagog:innenstellen, eine Stelle für Schulsozialarbeit und rund 20 Schulbegleiter:innen. Unsere Sonderpädagog:innen sind vollwertige Mitglieder der Lehrer:innenteams: Sie unterrichten selbst, beraten Kolleginnen und Kollegen und arbeiten im Teamkonzept eng mit den Fachlehrkräften zusammen, sodass möglichst wenige Lehrkräfte pro Klasse eingesetzt werden. Je nach Alter und Bedarf der Klasse sind zwischen drei und zwölf Stunden pro Woche zwei Lehrkräfte gleichzeitig im Klassenraum (Doppelbesetzung). Ergänzt wird dieses Konzept durch ein barrierearmes Schulgebäude mit Aufzug und Rampen, ein 14-tägiges Arbeitstreffen des Inklusionsteams sowie eine enge Zusammenarbeit mit Jugendämtern und Sozialhilfeträgern – auch bei Fragen der Raum- und Sachmittelausstattung stehen wir beratend zur Seite.

Schulbegleitung als wichtige Säule

Schulbegleitungen sind eine wichtige Säule unserer inklusiven Arbeit. Sie unterstützen Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungsbedarf individuell im Schulalltag und ermöglichen ihnen die Teilhabe am Unterricht und am sozialen Leben der Schule – von der Organisation und Strukturierung von Aufgaben bis zur Förderung sozialer Kontakte. Organisiert sind die Schulbegleitungen unserer Schule über unseren Träger Lebenshilfe e.V. in einem Pool-Modell und arbeiten als feste Mitglieder der Klassenteams eng mit Lehrkräften und Sonderpädagog:innen zusammen. Die Beantragung einer Schulbegleitung erfolgt über das zuständige
Jugend- oder Sozialamt; die Koordinatorin des Schulbegleitungs-Pools unterstützt Familien dabei gerne: Schulbegleitungen

Förderschwerpunkt Lernen – gemeinsam und dennoch individuell

Der Förderschwerpunkt Lernen nimmt am Albertus-Magnus-Gymnasium eine besondere Rolle ein. Schülerinnen und Schüler mit diesem Förderbedarf lernen nach dem Lehrplan der Förderschule, der sich an ihren individuellen Möglichkeiten orientiert, und sind zugleich vollwertige Mitglieder ihrer Klasse, eingebunden in alle sozialen Aktivitäten. Nach Möglichkeit werden alle zieldifferenten Schülerinnen und Schüler eines Jahrgangs in derselben Klasse unterrichtet, was eine effiziente sonderpädagogische Betreuung ermöglicht und den Austausch untereinander fördert. Je nach Bedürfnis erfolgt eine innere oder äußere Differenzierung, und die Kinder nehmen am regulären Unterricht ihrer Klasse teil – lediglich im Wahlpflichtbereich I belegen sie statt einer zweiten Fremdsprache die praxisnahen Fächer Arbeitslehre, Hauswirtschaft und Technik. Diese differenzierte Ausrichtung bereitet optimal auf den Übergang in die Berufswelt vor und vermittelt wichtige lebenspraktische Kompetenzen: Möglich sind ein Abschluss im Bildungsgang Lernen nach zehn Schulbesuchsjahren oder ein Hauptschulabschluss nach Klasse 9 beziehungsweise am Ende der Klasse 10 bei entsprechenden Leistungen – beides eröffnet den Übergang in eine duale Ausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahmen.

Warum zieldifferentes Lernen am Gymnasium gelingt

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen deutliche Vorteile davon, zieldifferente Schülerinnen und Schüler am Gymnasium zu unterrichten. Im dreigliedrigen Schulsystem bilden sie ohnehin an allen drei Schulformen eine eigene Gruppe und lernen überall nach angepassten Lehrplänen – warum also nicht am Gymnasium? Hier profitieren sie von einem guten sprachlichen Vorbild ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, was die eigene Sprachentwicklung fördert, und von der ansteckenden Lernfreude und Motivation vieler Gymnasiast:innen, die sich positiv auf alle Schülerinnen und Schüler auswirkt und ein lernförderliches Klima schafft. Die für zieldifferente Kinder notwendige innere Differenzierung kommt zudem allen Schülerinnen und Schülern zugute, da unterschiedliche Aufgabenniveaus und Lernzugänge den Unterricht für die gesamte Klasse bereichern. Nicht zuletzt werden zieldifferente Schülerinnen und Schüler erfahrungsgemäß oft leichter von ihren Mitschüler:innen akzeptiert als Kinder mit anderen Förderbedarfen.

So gelingt der Übergang von der Grundschule

Damit der Übergang von der Grundschule an das Albertus-Magnus-Gymnasium gut gelingt, gehen wir konsequent vom einzelnen Kind aus. Für Kinder mit Unterstützungsbedarf bedeutet das: frühzeitigen Kontakt mit den Grundschulen, persönliche Beratungsgespräche mit den Eltern sowie Hospitationen in den Grundschulen und Gespräche mit den Grundschullehrkräften, damit wir jedes Kind schon vor der Anmeldung kennenlernen können. So kann sich jede Familie ein eigenes Bild von unserer Schule machen – und wir ein Bild vom Kind und seinen individuellen Bedürfnissen.

Kontakt

Informieren Sie sich gerne weiter oder sprechen Sie uns bei Fragen direkt an.Gegebenenfalls vereinbaren wir gemeinsam mit einer sonderpädagogischen Lehrkraft einen persönlichen Termin. Ihr Kind und Sie sind uns von Herzen willkommen!

Sven Trapp

Ansprechpartner Inklusion

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