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Als Modellprojekt gestartet  -  heute unverwechselbares Profil der Schule

Seit dem Schuljahr 2000/2001 bietet das Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) einen besonderen Schwerpunkt in seinem Schulprogramm: Die TMK. Etwa 30 Schüler jeder Jahrgangsstufe erhalten zusätzlich zum regulären Schulunterricht eine theater- und medienspezifische Ausbildung. Die Schüler waren früher in einer Klasse zusammengefasst, seit dem Schuljahr 2018/19 setzt sich die TMK-Gruppe aus allen vier Klassen zusammen.

Beachten Sie das aktuelle TMKInfo: pdfTMK_Infoblatt_2018_web.pdf

In Klasse 5 und 6 wird fast ausschließlich Theater gespielt, viel improvisiert und es werden erste kleine Stücke entwickelt.

Ab Klasse 7 erweitert sich das Spektrum: zum einen durch Angebote aus dem Bereich Medien, zum anderen durch differenziertere Theaterangebote. Den Unterricht am Nachmittag gestalten professionelle Schauspieler, Regisseure, Theaterpädagogen, Tänzer und für den Medienbereich Gastdozenten unterschiedlichster Fachrichtungen.

Als Kooperationspartner steht uns seit Beginn dieses Projektes das COMEDIA THEATER zur Seite.

Als Koordinatorin an der Schule steuert die Theaterpädagogin Nina Mackenthun das gesamte Projekt.

Nicht nur bei Eltern und Schülern, sondern auch in der pädagogischen Fachwelt findet unser Konzept sehr ermutigenden Anklang. So wurden unsere TMK als beispielhaftes Projekt in dem 2004 erschienenen Buch „Kinder zum Olymp! – Wege zur Kultur für Kinder und Jugendliche“ der Kulturstiftung der Länder ausgewiesen. 2008 schließlich wurde das AMG im Rahmen des Wettbewerbs „Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen“ von der Staatskanzlei NRW als Schule mit besonderem Kulturprofil ausgezeichnet. Wir hoffen, dass unser Beispiel Schule machen wird.

Persönlichkeitsbildung im aktiven Umgang mit Kultur

Kulturelle Bildung meint die aktive Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur. In diesem Sinne werden unsere Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Facetten von Kultur auf lustvolle Weise vertraut gemacht, indem ihnen ein spielerischer Zugang zu kulturellen Phänomenen ermöglicht wird.
Ziel ist es, die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und ihre sozialen, kommunikativen und kreativen Fähigkeiten zu stärken. Der Umgang mit Theater und Medien ist dazu in besonderem Maße geeignet.

 

Aspekte der Theater- und Medienarbeit

Lerninhalte und Lernzeiten der TMK

Jahrgangsstufen 5 und 6: Einführung in grundlegende Theatertechniken

Der Schwerpunkt liegt in der schauspielerischen Ausbildung. Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Einführung in grundlegende Theatertechniken: Körpertraining, Atemtechnik, Stimm- und Sprechübung, Szenische Improvisation, erste Erarbeitung von Rollen und Charakteren.

Etwa 15 Schülerinnen und Schüler arbeiten jeweils in einer Gruppe, die an zwei Wochenterminen probt. Die Unterrichtszeiten sind in den Ganztag integriert. Jede Gruppe hat durchgängig zwei Stunden in der Woche Theaterunterricht, dazu kommen zwei Stunden spezialisierter Unterricht:

Jahrgang 5 erstes Halbjahr: Rhythmus und Bewegung

Jahrgang 5 zweites Halbjahr: Stimme und Sprache

Jahrgang 6 erstes Halbjahr: Einführung in den Trickfilm

Jahrgang 6 zweites Halbjahr: Maskentheater

Ab Jahrgangsstufe 7: Individuelle Wahl und thematische Schwerpunkte

Das Kursangebot wird durch die Bereiche „Tanz“ und „Film“ ergänzt. Organisatorisch öffnet sich der Unterricht hin zu einem Kurssystem, welches in Form von durchlaufenden Kursen oder Blockkursen angeboten wird (je 1 durchlaufender Kurs und bis zu 2 Blockkurse pro Schuljahr).

Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, sich ihre Theater-Medienausbildung individuell zusammenzustellen.

In der 7. Klasse sind die durchlaufenden Kurse terminlich in den Ganztagsunterricht eingebunden. Ab der 8. Klasse finden die TMK Kurse zusätzlich zum regulären Unterricht statt.

Die durchlaufenden Kurse haben verschiedene Schwerpunkte: Theater, Film oder Tanz.

Die Blockkurse finden jeweils an einem Projekttag und einem Intensivwochenende statt und umfassen verschiedene Einzelkurse wie zum Beispiel Trickfilm, Einminüterfilme, Puppenanimation, Streetart, Schreib- und Songwerkstatt,  Licht/Ton, Kostüm-, Bühnen- und Maskenbildwerkstätten.

Oberstufe:

In der Oberstufe orientiert sich das Angebot verstärkt an den individuellen Interessen der Schülerinnen und Schüler

Neben durchlaufenden Theatergruppen gibt es Sonderprojekte, wie Gruppen, die sich an Wettbewerben oder Festivals beteiligen, oder die Filmfahrt, bei der unter fast professionellen Bedingungen an der Erstellung eines Kurzfilm gearbeitet wird.

Zusatzausbildung und Öffnung der Schule

Vielseitige Ausbildung

Die Schülerinnen und Schüler der TMK erhalten eine Theater-Medien-Ausbildung von Klasse 5 bis zum Abitur. Zum einen werden alle wichtigen Elemente des Theaters vermittelt: Körperarbeit, Improvisation, Rollenarbeit, Sprecherziehung, Dramaturgie, Tanz, Bühnenmusik, Bühnenbild, Bühnentechnik, Figurenspiel und Theatertheorie. Zum anderen wird den Schülerinnen und Schülern Medienkompetenz in den Bereichen Video, Film und Dokumentation vermittelt. Diese reicht vom Camera-Acting über das Verfassen von Storyboards bis hin zu Kameraführung und Schnitt.

Zusammenarbeit mit Profis

Die Öffnung unserer Schule nach außen durch die Kooperation mit außerschulischen Partnern ist eine Besonderheit unseres Konzeptes. Professionelle Schauspieler*innen, Theaterpädagog*innen, Tänzer*innen, Künstler*innen und Regisseur*innen sowie Medienexpert*innen aus den Bereichen Film, Hörspiel und Musik arbeiten mit den Schülerinnen und Schülern.

Vernetzung mit dem regulären Unterricht

Die Inhalte der Theater-Medienkurse werden altersgerecht aufbereitet und strukturiert. Darüber hinaus ist fächerübergreifender Unterricht mit Teamteaching Teil unseres Konzeptes. Wo es im regulären Unterricht möglich ist und sich thematisch anbietet, widmen sich die Lehrer*innen in Fächern wie Kunst, Musik, Deutsch, Sport und Fremdsprachen gemeinsam mit den Dozent*innen den Themen rund um die Bühne und die Medienwelt.

Öffentliche Präsentation

Die Ergebnisse aus den Kursen werden regelmäßig im Rahmen von Theaterabenden, Schulfesten oder sogenannten „Medientagen“ präsentiert. Veranstaltungsorte sind vor allem unsere Schule und das COMEDIA THEATER. Darüber hinaus nehmen wir an Festivals im In- und Ausland teil.

Geschichte der TMK

Theatertradition trifft Innovationswillen

Die Idee, am Albertus-Magnus-Gymnasium einen entscheidenden Schwerpunkt im Bereich Theater und Medien zu bilden, ist ohne die intensive und erfolgreiche Theatertradition der Schule nicht denkbar. Seit vielen Jahren gibt es am AMG eine Vielzahl von Theaterprojekten und Theatergruppen, deren Erfolg sich an Auszeichnungen und Einladungen zu Theater-Festivals messen lässt. Die beiden Kunstlehrer Günter Gritzner und Roland Eschner suchten 1999 gemeinsam mit der Schulleiterin Ulrike Heuer nach Wegen, die Begrenzungen der Theater-AGs zu überwinden und eine intensivere und langfristige Arbeit zu ermöglichen. Sie nahmen Kontakt zur Comedia auf, die ebenfalls auf der Suche nach neuen Konzepten in der Theaterpädagogik war. So wurde die Idee der TMK geboren.

Erste Schritte und ein großes Ziel: Bologna

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Comedia begann mit einem ambitionierten Pilotprojekt: Die Comedia war von ihren Kollegen vom Kinderkulturhaus Testoni Ragazzi eingeladen worden, mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern an einem europäischen Kinder-Theatertreffen in Bologna teilzunehmen.

Die Gruppe wurde am Albertus-Magnus-Gymnasium zusammengestellt, erarbeitete mit der Theaterpädagogin Birgit Günster eine Inszenierung zum vorgegebenen Thema „Orpheus“ und verbrachte eine unvergessliche Woche in Bologna mit etwa vierhundert Kindern aus anderen europäischen Nationen.

Theater ist mehr als Schauspiel

Parallel erarbeiteten Vertreter des AMG und der Comedia das Konzept für die TMK an der Schule. Bei den Inhalten war man sich schnell einig. Im Zentrum sollte das Theater mit all seinen Facetten stehen: Neben dem Theaterspiel auch die dazugehörigen Künste und Techniken wie Musik, Tanz, Bühnen- und Kostümbild, Licht- und Tontechnik. Der Bereich Medien sollte ebenfalls vertreten sein. Als Dozenten sollten Profis gewonnen werden.

Alles unter einen Hut: Der Förderverein

Weit mehr Kopfzerbrechen als die Inhalte machte die organisatorische und finanzielle Seite des Projektes. Interessierte Eltern und Kinder mussten beraten, dieser doch außergewöhnliche Bereich in den normalen Schulbetrieb integriert, Unterrichts- und Spielorte geschaffen werden. Und es musste ein Weg gefunden werden, Dozentenhonorare und Ausstattungen zu finanzieren. Dazu gründete sich ein eigener Förderverein, der Verträge mit der Comedia und anderen Institutionen auf der einen Seite, mit den Eltern der beteiligten Schüler auf der anderen Seite abschließen sollte. So finanziert sich das Projekt bis heute zum größeren Teil über die Beiträge der Eltern. Weitere Infos zum Förderverein

Eine feste Größe bleibt flexibel

Inhaltlich und organisatorisch geht das Projekt in seiner Entwicklung auf die Erfahrungen, Bedürfnisse und Anforderungen aller Beteiligten ein. So ändern sich die Inhalte der Kurse, je nach Wahl der Schüler*innen und Verfügbarkeit der Dozent*innen. Auch organisatorische Veränderungen haben sich als sinnvoll erwiesen.

So begann das Projekt ausschließlich mit Kursen, die während des Schuljahres durchgehend wöchentlich stattfanden. Mittlerweile können die Schülerinnen und Schüler auch Blockkurse belegen, die sich auf einige Vorbereitungsstunden und Intensivwochenenden beschränken. Das Angebot im Medienbereich konnte in den vergangenen Jahren stark erweitert werden und wird von den Schüler*innen sehr gut angenommen. Als neue Präsentationsform hat sich neben den Theateraufführungen der „Medientag“ etabliert. Die Qualität der Produktionen ist oft verblüffend, die Resonanz des Publikums einhellig begeistert.

Der stärkste Einschnitt in der Organisation der TMK war der Beschluss, ab dem Schuljahr 2018/19 die neuen TMKler der 5 nicht mehr in einer Klasse zusammenzufassen, sondern sie auf alle Klassen der Jahrgangsstufe zu verteilen. Dieses neue Organisationsmodell soll zukünftig mehr Kindern die Möglichkeit eröffnen, die Theater-Medienausbildung wahrzunehmen.

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